Gesundheitsversorgung wird längerfristig teurer
Die Ankündigung der DAK, als erste Krankenkasse von ihren Mitgliedern zum 1. Februar 2010 einen monatlichen Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro zu verlangen, stieß bei Versicherten und Politikern auf Empörung. Kanzlerin Merkel fordert gar eine genaue Überprüfung.
Eine zweifelhafte Forderung, hatte sie doch mit Einführung des Gesundheitsfonds im Jahre 2009 die Erhebung von Zusatzbeiträgen in der Versicherung ausdrücklich ermöglicht. Dem Beispiel der DAK werden zahlreiche weitere Krankenkassen folgen und langfristig führt an höheren Versicherungsbeiträgen ohnehin kein Weg vorbei. Die Politik verbreitet seit Jahren die Illusion vom bezahlbaren und zukunftssicheren Gesundheitssystem, welches jedem Bürger ein medizinische Grundversorgung gewährleistet. Der Wähler hat diese Mär stets dankbar angenommen und allzu tiefgreifende Reformvorhaben an der Wahlurne abgestraft. Ein Blick auf die Finanzen der Krankenkassen verdeutlicht, dass jeder Bürger für seine Gesundheitsversorgung künftig mehr bezahlen muss.
Das solidarische finanzierte Gesundheitssystem wird zurzeit von ca. 35 Millionen Arbeitnehmern und ca. 20 Millionen Rentnern gestemmt. Während die Arbeitnehmer über ein durchschnittliches Monatseinkommen von 3000 Euro brutto verfügen, müssen die Rentner mit ca. 1500 Euro auskommen. Entsprechend niedriger fallen die Krankenversicherungsbeiträge der Rentner aus.
Zugleich verursachen die Senioren altersbedingt mit ca. 7000 Euro jährlich die höchsten Gesundheitskosten, während jüngere Arbeitnehmer die Kassen mit lediglich 1800 Euro jährlich belasten. Der demographische Wandel, der Anteil der über 65-jährigen wird in den nächsten Jahrzehnten sprunghaft ansteigen, offenbart die tiefe Finanzkrise im deutschen Gesundheitssystem.
Hinzu kommt die steigende Lebenserwartung und der medizinische Fortschritt. Beide Faktoren werden die Gesundheitsausgaben weiter ansteigen lassen. Die Bürger müssen künftig stärker an den Kosten der Gesundheitsversorgung beteiligt werden, anderenfalls könnten die Beitragssätze der Krankenversicherung in den nächsten Jahren auf über 25% steigen.